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Die Auswirkungen der Coronakrise waren und sind in den meisten Branchen nach wie vor spürbar, so auch in der Rolladen- und Sonnenschutzbranche. Michael Mettler, Geschäftsführer der Mettler GmbH, erklärt im Gespräch, wie sein Unternehmen die Herausforderungen meistert – und warum es die traditionellen “Winterpreise” der Mettler GmbH dieses Jahr nicht gibt.

An welchen Stellen spüren Sie die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Ihrem Betrieb?

Insgesamt sind wir bis jetzt verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen. Der Sonnenschutzbereich hat zwischenzeitlich sogar eine sehr starke Nachfrage erlebt. Die Hersteller, bei denen wir Markisen, Terrassendächer, etc. kommissionsbezogen bestellen sind allerdings aufgrund der strengen Schutzmaßnahmen und quarantänebedingter Ausfälle mit der Produktion nicht hinterhergekommen. Zudem führten die massiven Preisanstiege im Metall- und Kuststoffbereich zu immer neuen Teuerungszuschlägen oder Preiserhöhung. 

Auf der anderen Seite müssen wir im Montagebereich deutlich häufiger krankheitsbedingte Ausfälle kompensieren.  Durch die allgemeine Preissteigerung merken wir darüber hinaus, dass die Kunden zögerlicher bei Ihrer Kaufentscheidung werden.

In der Baubranche ist oft die Rede von Lieferengpässen bei wichtigen Materialien. Trifft das also auch auf Ihre Branche zu?

Corona hatte weltweit Auswirkungen auf die Lieferkette und die bekommen auch wir zu spüren. Im Sommer waren Wand- und Handsender für Markisen und Terrassenüberdachungen ebenso wie Motoren und Steuerungen aufgrund der Chip-Problematik Mangelware. Inzwischen wirken sich Engpässe bei wichtigen Rohmaterialien wie Aluminium und Kunststoff auf die Preise und Lieferzeiten aus. Im Oktober waren bei einigen Fensterherstellern die Produktionskapazitäten für 2021 bereits ausgeschöpft. Neue Fenster werden teilweise erst Mitte März 2022 geliefert, sofern sie im November bestellt wurden.

 

Wie können Sie in diesem Fall reagieren?

Wir haben keine andere Wahl, als zu warten. Das bedeutet leider, dass auch unsere Kunden Geduld mitbringen müssen. Uns trifft dies in vielerlei Hinsicht: Im schlimmsten Fall verlieren wir den Auftrag. Ist dies nicht der Fall, steigt der Verwaltungsaufwand durch die schlechte Planbarkeit des Projekts. Dazu kommt, dass unsere Lieferanten die Preise in diesem Jahr zum Teil schon zum dritten oder vierten Mal erhöht haben. Einige Lieferanten stellen ihr Preismodell sogar um. Waren früher die Preise mit der Bestellung fixiert, richten sich im nächsten Jahr die Preise nach dem Lieferdatum. Andere Lieferanten errechnen alle vier Wochen einen neuen Teuerungszuschlag.

 

 

Geben Sie die Preiserhöhungen an Ihre Kunden weiter?

Anfangs haben wir die Erhöhungen verzögert oder teils nicht vollständig weitergeben. Nachdem die Preisdynamik zugenommen hat, blieb uns keine andere Wahl als die Preiserhöhungen unmittelbar weiterzugeben. Vor der Pandemie hatten wir in unseren Angeboten eine Preisbindung von 2 Monaten. Inzwischen mussten wir das auf 14 Tage reduzieren. Neben den steigenden Produktpreisen sind wir außerdem durch den Fachkräftemangel mit steigenden Kosten konfrontiert. Ausgelernte Monteure im Rollladen- und Sonnenschutzbereich sind sehr schwer zu finden und zu halten. Als Ausbildungsbetrieb übernehmen wir an dieser Stelle Verantwortung und versuchen jedes Jahr mehrere Auszubildende einzustellen. (Mehr dazu: Mettler GmbH erhält Ausbildungszertifikat). 

Wir erleben immer wieder, dass von uns ausgebildete Mitarbeiter im Markt sehr gefragt sind und es so zu großen Sprüngen bei den Löhnen kommt.

Preissteigerungen, Lieferschwierigkeiten, Lohnerhöhungen – und trotzdem Rabatte?

In der Branche haben sich in den Herbst- und Wintermonaten seit vielen Jahren Rabatte auf Markisen und Terrassenüberdachungen etabliert: Dieses Jahr haben wir uns damit sehr schwer getan. Momentan besteht das Sparpotenzial für unsere Kunden darin, sich die jetzigen Preise zu sichern, um die für das 1. Quartal 2022 angekündigten Preiserhöhungen der Hersteller (zwischen 8 und 10 %) zu vermeiden. Bei einigen wenigen Markisentypen bieten unsere Hersteller einen Winterrabatt an, diesen geben wir natürlich an unsere Kunden weiter.  Unsere Stundensätze für Reparaturen und Montagen haben wir zum 01.12.2021 um rund 7 Euro angehoben. Für einen Nachlass im Skontobereich ist aus den oben genannten Gründen aktuell auch kein Spielraum. Der Fokus für 2022 liegt jetzt erst einmal darauf, unser Unternehmen vital aus der Pandemie und deren Folgen zu steuern.

Warum sollten Kunden trotzdem auf die Mettler GmbH setzen?

Wir bieten Fachwissen, Erfahrung und Sicherheit. Wer seine Projekte mit der Mettler GmbH umsetzt, erhält vorab einen Festpreis. An diesem halten wir fest, auch wenn die Montage sich hinterher aufwendiger als erwartet gestaltet. Das klingt zwar selbstverständlich, wird in der Branche aber vielfach anders gehandhabt.

Dazu kommt, dass wir seit vielen Jahrzehnten Erfahrung in der Umsetzung von Projekten aller Größenordnungen haben, sei es für große Außenbereiche in der Gastronomie oder komplexe Aufträge zur Schrägverschattung. Wir finden für jedes Projekt eine passende und individuelle Lösung. Unser Ziel: Beste Qualität. Dies gilt sowohl in Bezug auf unseren Service als auch unsere Produkte und deren Montage. Meine Hoffnung ist, dass sich Qualität durchsetzt. Auch wenn wir unseren Kunden in diesen Zeiten leider nicht mit den Preisen entgegenkommen können. 

Die Gründe für Lieferengpässe
Corona und der Unfall im Suezkanal führen weltweit zu

  • weniger Kapazitäten im Transport und höheren Transportkosten. 
  • gestiegenen Preisen für Rohstoffe wie Stahl oder Holz. 
  • Mangel an Mikrochips und anderen Bauteilen zur Weiterverarbeitung. 
  • Hafenschließungen aufgrund von Corona-Ausbrüchen. 
  • Mangel an Rohmaterialien für Kunststoffe und Aluminium
  • Produktionsunterbrechungen aufgrund von Corona-Ausbrüchen
  • Reduzierung von Produkt-Kapazitäten zu Beginn der Corona-Pandemie

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